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Buchlesung mit Daniela Dahn


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Montag, 14. September 2009

 

Die gestrige Lesung mit Daniela Dahn ist auf großes Interesse gestoßen. Daniela Dahn wurde zu Recht mit viel Applaus bedacht. Obwohl die Lausitzer Rundschau die Veranstaltung in ihrer Montagsausgabe nicht angekündigt hatte, war der Saal voll besetzt. Die Menschen hier können stolz auf eine so kluge, politische Schriftstellerin sein. Im Westen gibt es niemanden, der sich in vergleichbarer Weise und mit der inhaltlichen Tiefe und dem klaren analytischen Blick mit den Problemen der Wiedervereinigung konstruktiv auseinandersetzt. Die klugen Überlegungen aber auch die vielen pointierten Formulierungen beweisen, dass Daniela Dahn eine radikale Selbstdenkerin ist. In der Diskussion spielten zunächst die Medien und ihre Bedeutung in politischen Meinungsbildungsprozessen eine wichtige Rolle. Es bestand große Übereinstimmung, dass die Bevölkerung in vielfältiger Weise manipuliert und ihr die wirklichen Entscheidungsstrukturen und –Grundlagen vorenthalten werden.

 

Es ist klar, dass LINKE Positionen, die das Gemeinwohl und nicht den Eigennutz im Blick haben, die Interessen des Kapitals stören und deshalb häufig in den Medien unterdrückt werden. So werden viele Positionen der LINKEN, die im Bundestag vertreten werden, gar nicht wahrgenommen. Dazu zählt auch, dass die SPD im Bundestag gegen Anträge der Linken zu Mindestlohn, Begrenzung von Managergehältern, zur Angleichung der Rente in Ost und West, zur Erhöhung des Schonvermögens bei Hartz IV, zur Anrechnung der Bezahlung von Schülerjobs usw. stimmt, ohne dass dies den Menschen über die Presse mitgeteilt wird. Deswegen können Frank-Walter Steinmeier und Steffen Reiche im Wahlkampf rhetorisch ihre eigene Politik, für die sie verantwortlich sind, bekämpfen. Die Presse transportiert LINKE Ideen weitgehend nicht. Auch die öffentlich-rechtlichen Medien verhalten sich nicht neutral. Deshalb ist die Medienpolitik eine zentrale Querschnittsaufgabe für die LINKE. Sie nachhaltig wahrzunehmen ist für die LINKE überlebensnotwendig. Daniela Dahn hat in diesem Zusammenhang den Vorschlag eingebracht, einen linken Radiosender als Weltradio aufzubauen.

 

 

In der Diskussion kam auch zum Ausdruck, dass das Internet und die damit verbundene Veränderung der Kommunikationsstrukturen der LINKEN neue Möglichkeiten zum Transport ihrer Ideen und Vorschläge bieten. Einen weiteren Diskussionsschwerpunkt bildete die Sorge Daniela Dahns, dass nach der Wende Fragen des gesellschaftlichen Eigentums und der Demokratisierung der Wirtschaft in der öffentlichen Diskussion zu wenig Bedeutung erlangt hätten. Sie beklage nicht nur den Abbau des Sozialstaats, sonder auch den Abbau von Rechtsstaat und Demokratie. Sie meinte der Kapitalismus könne auch ohne Demokratie auskommen. Insgesamt war es ein Abend der Nachdenklichkeit und der Ermutigung. Schade, dass Steinmeier, Reiche und Platzeck nicht anwesend sein wollten. Sie hätten viel lernen können.

 

 

 

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