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Klinger Runde


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Dienstag, 1. September 2009

 

Letzte Woche habe ich an der Klinger Runde teilgenommen. Mit dieser Veranstaltung wurde die heiße Phase des Wahlkampfes eingeläutet. Ich habe mich dabei mit den Kandidaten der anderen vier Parteien auseinandergesetzt. Der Abend war erfolgreich: Guter Besuch. Ein kritisch-engagiertes und wachsames Publikum. Eine freundliche und aufgeschlossene Stimmung gegenüber meinen Beiträgen.

Einen schweren Stand hatte hingegen der SPD-Kandidat Steffen Reiche. Er verteidigte die Fortsetzung des Tagebaus durch Vattenfall und den Kriegseinsatz deutscher Soldaten in Afghanistan. Er musste sich vieler kritischer Fragen erwehren und erwies sich dabei als erstaunlich unsicher und unprofessionell.

Seine Äußerungen zu Afghanistan waren schon starker Tobak. Er meinte ernsthaft, der Krieg dort sei notwendig, weil die Taliban über Pakistan Atomwaffen in ihre Hände bekommen könnten. Das erinnerte fatal an George Bush und seinen unwahre Behauptungen, mit denen er den Krieg gegen den Irak begründet hat. Es ist schon bemerkenswert, dass Steffen Reiche den Wahlkreis 2005 so eindeutig gewinnen konnte. An diesem Abend dürfte er jedenfalls kaum eine Wählerstimme für sich verbucht haben.


Free Tagging (Freies Zuweisen von Kategorien)

Herr Neskovic,

wenn Sie sich so vehement für die Schließung der Tagebaue einsetzen, was wird dann mit den tausenden Beschäftigten? Noch mehr Arbeitslose für die Region können Sie doch auch nicht wollen?!

Arbeit allein macht auch nicht glücklich! Wichtig ist doch, dass ich mich in meinem Leben selbst verwirklichen kann. Wer einfach einen JOB hat, damit er das sauer verdiente Geld dann für das pure Überleben wieder abgenommen bekommt, hat wenig Zeit und Mittel, sich zu verwirklichen. Der Kommunismus in Prägung des real existierenden Sozialismus versprach, das wir uns mit seiner Hilfe vom Joch der Arbeit befreien. Vielleicht schafft dies die Marktwirtschaft ? Bis jetzt sieht es doch ganz gut aus, es müssen nur noch Rahmenbedingungen für ein menschenwürdiges Dasein ohne JOB geschaffen werden, sinnstiftende Arbeit gibt es an jeder Ecke. Oder würden Sie ihren "tausenden Beschäftigten" nachtrauern, wenn sie wüssten, das für ihr Auskommen gesorgt ist?

Das haben Sie Recht. Das erfordert aber eine POlitik, die einen Mark der Beschäftigung / Betätigung fördert, der sich unter rein marktwirtschaftlichen Gesichtspunkten nicht (sofort) rechnen würde. Das wiederum erfordert staatliche Einnahmen. Das schließlich erfordert Reichensteuer und überhaupt eine Steuerpolitik, die Lohneinkommen schont und Kapitaleinkommen viel stärker besteuert. Diese Politik würde ich von den Linken sehr viel eher erwarten, als von allen anderen Parteien.

voice 0815

 

Vielen Dank für Ihre Frage!

 
Tausende von Beschäftigten in die Arbeitslosigkeit zu schicken, geht selbstverständlich nicht – da haben Sie völlig recht. Die Angst der Menschen vor der Arbeitslosigkeit ist groß. Mit der Linken an der Macht gebe es keine Massenentlassungen und keine sozialen Katastrophen, vor denen sich die Menschen fürchten. Gleichzeitig aber darf man das zweite große Problem nicht vergessen: den Klimawandel. Dies ist vielleicht auch die stärkste Bedrohung unserer Gesellschaft, von der jeder betroffen ist. Nun stellt sich die Frage: Wie gehen wir mit diesen zwei Problemen um?
 
DIE LINKE besteht darauf: Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit gehören zusammen.
 
Zunächst mal geht es bei dem Ausstieg aus der Braunkohleverstromung um einen mittelfristigen Ausstieg – bis zum Jahr 2040. Das heißt, dass die Arbeitsplätze von heute bis zu diesem Zeitpunkt geschützt sein werden. In dieser Zeit werden aber weitaus mehr zukunftsfähige neue Arbeitsplätze im Bereich der erneuerbaren Energien entstehen. Dass das nicht nur möglich ist, sondern sogar sehr sicher so kommen wird, lässt sich schon heute erkennen.
 
Lassen Sie uns konkrete Zahlen nehmen:
In ganz Brandenburg haben heute knapp 8000 Menschen Arbeit, weil die Tagebaue laufen. Es sind aber nicht 79 000 Menschen, wie noch im Jahr 1989.
Bundesweit waren im Juli 2007 insgesamt 231 000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien beschäftigt, im Jahr 1998 waren es noch 66 600. Nach Branchenschätzungen sollen bis 2020 rund 500 000 Menschen im Bereich der erneuerbaren Energien arbeiten.
 
Es ist also möglich, umweltverträgliche Technologien zu fördern, umweltschädliche Technologien schrittweise abzuschaffen und gleichzeitig die Menschen vor sozialen Härten in Schutz zu nehmen. Dafür steht DIE LINKE.

 

Ist sowieso ein Wunder, dass der Mann solange das Direktmandat holte. Nun ist mal Zeit für Tatsachen: Wolfgang in den Bundestag - direkt! Toller Blog übrigens.

voice0815

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