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Spremberg - Überwachungsstaat BRD / Judokampf ASAHI


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Samstag, 19. September 2009

 

Am Samstag fand die erste Veranstaltung zum Thema „Überwachungsstaat BRD – Die Freiheit verteidigen!“ in einem Spremberger Jugendclub statt. Eingeladen hatte erneut die Landtagskandidatin Birgit Wöllert. Das sehr schöne Wetter schränkte offensichtlich die Bereitschaft, sich diesem Thema zu widmen, erkennbar ein. Dazu dürfte auch die gewählte Zeit (15:00 Uhr) beigetragen haben. Es bot sich nicht nur deswegen an, die Veranstaltung nach draußen zu verlagern. Dort entwickelte sich ein intensives Gespräch mit vielen Fragen und Meinungsäußerungen. Die Anwesenden waren erschrocken über das Ausmaß der vorhandenen Überwachungsstrukturen in der Bundesrepublik.

 

Heribert Prantl, der kluge Kommentator der Süddeutschen Zeitung, hat die von mir gegebene Darstellung in einem Artikel prägnant wie folgt zusammengefasst: „Wenn der Mensch aber überall mit Videokameras beobachtet wird, wenn mit Erfassungssysteme festgehalten wird, wo und wann er welche Straßen benutzt, wenn die Daten seiner Flüge registriert, seine dortigen Essgewohnheiten festgehalten, seine Computer elektronisch durchsucht, seine Bankkonten staatlich visitiert, seine Persönlichkeitsdaten, seine Krankheiten und Gebrechen zentral abrufbar werden, dann ergibt sich die gefährliche Totalität aus der Summe“.

 

 

 

Es bestand Übereinstimmung, bei schlechterem Wetter mit voraussichtlich mehr Publikum eine Wiederholung dieser Veranstaltung zu einem späteren Zeitpunkt durchzuführen. Die Anwesenden jedenfalls erklärten, dass sie die Botschaft dieses Gespräches in ihrem Freundeskreis verbreiten wollten.

 


 

Am Abend haben wir die Spremberger Judoka ASAHI (= aufgehende Sonne) in ihrem vorerst letzten Bundesliga-Heimkampf besucht. Gegner war der Judoclub Eberswalde. Die Geschichte dieses Judoclubs ist beeindruckend.

1993 kehrten zwei Spremberger Judoka, die sich aus dem Sportstudium kannten, nach Spremberg zurück. Sie gründeten mit 15 Kindern in einer stillgelegten Gaststätte eine Interessengemeinschaft Sport. Sie legten zusammen mit anderen selbst Hand an, um die Trainingsräume zu renovieren und zu gestalten. In der Folgezeit widmeten sie sich einer intensiven Nachwuchsarbeit und haben 1996 damit begonnen, eine brachliegende DDR-Mensa zum Vereinsdomizil umzubauen. 1997 kämpfte die erste Männer-Manschaft in der Landesliga. 2009 schließlich gelang der Aufstieg in die 2. Bundesliga. Angestrebt ist der Aufstieg in die 1. Bundesliga. Die beiden Initiatoren, Paul Staroste und Sören Starke, geben dem ganzen Projekt eine Konzeption, die weit über die sportliche Betätigung hinausreicht. Mit dem „Projekt Bundesliga“ verbinden sie eine Image-Kampagne, die darauf abzielt, die gesamte Region zu mobilisieren. Sie werben mit dem Logo „Projekt Bundesliga – Wir kämpfen für die Region!“.  Dieses Logo findet sich auf zahlreichen T-Shirts und Autos. Wörtlich heißt es in ihrem Ideen-Konzept: „Mit Vertrauen in die eigenen Möglichkeiten, Beharrlichkeit und Zusammenarbeit werden auch ungewöhnliche Erfolgsgeschichten möglich – auch und gerade in dieser Region!“.

Ich finde, dies ist eine zutreffende Beschreibung für dieses Projekt. Die Idee dieses Projektes spiegelt auch die Erfahrung wider, die ich insgesamt in der Lausitz gewonnen habe. Hier gibt es viele Menschen, die trotz der schwierigen Umstände an sich und ihre Fähigkeiten glauben und mit Beharrlichkeit und Solidarität Berge versetzen können. Es war schon begeisternd, die Mobilisierung zu erleben, die während des Wettkampfes vorhanden war. Über 500 Zuschauer schufen eine hervorragende Stimmung und ebneten so einen Sieg der Spremberger über die Eberswalder, die letztes Jahr noch in der 1. Bundesliga kämpften.  

Die Nachhaltigkeit des Konzeptes wird daran deutlich, dass es den Initiatoren nicht nur gelungen ist, Politik, Wirtschaft und andere gesellschaftliche Kräfte als Unterstützer zu gewinnen, sondern insbesondere den eigenen sportlichen Nachwuchs erfolgreich zu integrieren. 90% der Kämpfer stammen aus Spremberg. Eine Kämpferin (Mareen Kräh) errang 2008 bei der Team-WM in Tokio die Bronze-Medaille. Daniel Prochnow holte 2009 bei der Senioren-WM ebenfalls Bronze.

 

Mit dem Sieg über Eberswalde erklomm Spremberg den zweiten Tabellenplatz. Ich traue es dem Verein zu, den einfachen Sportwettkampf zu einem modernen Veranstaltungsformat mit Event-Charakter weiterzuentwickeln und dabei die regionale Verbundenheit zu stärken. Sie werden das Ziel, Sport, Region und Kultur zum rentablen „Event Bundesliga“ zu vernetzen, sicherlich erreichen. Ich jedenfalls werde diesem Verein weiterhin sehr verbunden bleiben und versuchen, ihn im Rahmen meiner Möglichkeiten zu unterstützen.

 

 

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